Wer nie den Weg zum Stausee fand
Weiß nicht wie schön dass Heimbachland.

Wasserinfozentrum Eifel

Was kann man im W.I.Z.E. erleben?
Natur und Umwelt
Die heimische Wasserwelt in Groß-Aquarien; ein Riesenglobus; ein Minigebirge...
Wassertechnik
Stauseen zum Selbersteuern; Strom aus Wasser auf Knopfdruck; ein Wasserwerk-Modell...
Wasserlabor
Schulklassen und andere Arbeitsgruppen experimentieren mit einem faszinierenden Stoff und entdecken die Welt des Wassers. Und Vieles mehr.
Führungen und Gruppenprogramme sind bei fester Buchung jederzeit möglich.
Weitere Informationen www.wasser-info-zentrum-eifel.de

Staubecken Heimbach

Das Staubecken Heimbach ist im eigentlichen Sinn keine Talsperre, sondern ein so genanntes Ausgleichsbecken. Seine Aufgabe besteht darin, der aus den Auslässen der Spitzenstromkraftwerke der Urft- und Rurtalsperre stammt, zu glätten. Diese beiden Wasserkraftwerke produzieren nämlich in der Regel nur dann elektrischen Strom, wenn im allgemeinen Hochspannungsnetz größere Bedarfsspitzen erwartet bzw. gemessen werden, was meist in den Vormittagsstunden der Werktage der Fall ist. In der übrigen Zeit stehen die Maschinen still und deshalb fließt zwangsläufig auch kein Wasser dem Staubecken zu. Der Nutzraum des Staubeckens wird also bei Betrieb der Kraftwerke innerhalb weniger Stunden mit Wasser angefüllt. Danach wird das Stauvolumen dosiert in der Weise abgelassen, dass der Unterlauf des Flussbettes der Rur durchgängig mit einer Wassermenge beaufschlagt ist, die den ökologischen Anforderungen des Fließgewässers und den Bedarfsanforderungen anderen Ansprüchen genügt.
Die in die Wehranlage des Staubeckens eingebundene bewegliche Fischbauchklappe in den Abmessungen 5,5 m x 18,0 m war damals die größte ihrer Art in Europa und muss auch heute einen Vergleich sicher nicht scheuen.

Jugendstil-Kraftwerk und RWE Industriemuseum

Das Wasserkraftwerk im Ortsteil Hasenfeld gilt als das schönste Jugendstil-Kraftwerk Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Gebaut wurde das imposante weiße Gebäude mit den beiden markanten Türmen um die Jahrhundertwende. 1904 war es mit einer Leistung von 12.000 Kilowatt das größte Speicherkraftwerk Europas. Heute erzeugt es jährlich mit seiner Turbinenanlage 25 Millionen Kilowattstunden. Betrieben wird das Kraftwerk derzeit von der RWE Energie AG, die kombinierte Führungen durch das Werk und das im Haus untergebrachte RWE Industriemuseum anbietet. In der Sammlung alter Elektrogeräte sind Herde, Kühlschränke, Toaster, Filmprojektoren, elektrische Autos und Zigarrenanzünder aus den 1920er bis 1940er Jahren zu sehen. Angeboten werden nur begleitete Besuchsmöglichkeiten.
Treffpunkt: Außentor
Keine Führungen während "SPANNUNGEN"



Bekannt ist das Kraftwerk ebenso als Veranstaltungsort einer jährlich Anfang Juni stattfindenden Klassik- und Kammermusikwoche. Dabei treten die Musiker in der Maschinenhalle zwischen den wuchtigen, historischen Turbinen auf.
Diese Kammermusikfestival ist seit 1998 ein Highlithe für Freunde der Kammermusik. www.spannungen.de

Rurtalsperre Schwammenauel

Wie die meisten Talsperren des Nordeifelraumes hat auch die Rurtalsperre Schwammenauel vielfältige Aufgaben im System der Talsperren zu erfüllen. Als größter Speicher im Rurlauf liegt seine Bedeutung in erster Linie auf dem Ausgleich der Wasserführung in der Rur; Hochwässer werden aufgefangen, eine Zeitlang festgehalten und in Trockenwetterzeiten gezielt an den Rurunterlauf abgegeben, so dass der Wasserstrom gegenüber den natürlichen Verhältnissen deutlich vergleichmäßigt wird, was der Düren-Jülicher Industrie zugute kommt und Hochwasserschäden an der Rur und in der Fläche der Ruraue behindert bzw. reduziert.
Im Obersee der Rurtalsperre Schwammenauel werden bis zu mehr als 30 Mio. cbm Wasser pro Jahr für die Wasserversorgung des Großraumes Aachen zur Verfügung gestellt und bei entsprechendem Bedarf abgepumpt, aufbereitet und in das Trinkwassernetz Aachens und der Umgebung eingeleitet.
Wassersport ist aus hygienischen Gründen nur auf dem Hauptsee der Rurtalsperre erlaubt und wird in sehr unterschiedlichen Disziplinen gerne wahrgenommen. Fahrgastschiffahrt und Energieerzeugung sind darüber hinaus Nebennutzungen an der Rurtalsperre.

Der Rursee vor der Aufstockung 1955

Der Urftsee

Zur Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren infolge der Industrialisierung die Ansprüche an die Wasserwirtschaft kräftig angestiegen. Auch die Landwirtschaft und der Kulturraum in Flussnähe verlangten nach Regulierung der sehr dynamischen Mittelgebirgsabflüsse und darüber hinaus gewann der elektrische Strom als Energieform rapide an Bedeutung. Unter anderem führten diese Aspekte zu überlegungen, den Wasserreichtum der Eifel-Ardennenregion zu nutzen. Der Aachener Professor Otto Intze hatte es verstanden, sowohl die Generalplanung für das damals größte Talsperrenprojekt des Kontinents zu entwickeln, als auch im Zusammenwirken mit Politikern, Industriellen und potentiellen Nutzern als erstes Element der regionalen Wasserwirtschaft im Gebiet der Eifel-Rur die Urfttalsperre zu bauen und mit einer Wasserkraftanlage in Heimbach zu kombinieren. Wenn auch wegen des begrenzten Speichervolumens die Funktion der Vergleichmäßigung des Wasserabflusses in der Rur durch die Urfttalsperre noch relativ bescheidene Ausmaße aufwies, so amortisierte der Stromverkauf aus Wasserkraft in kurzer Zeit den hohen Investitionsaufwand. Der mit dem Betrieb der Urfttalsperre erzielt Erfolg und die verbesserten Leistungen in der Bautechnik waren Ansporn für die Entwicklung zahlreicher Projekte im In- und Ausland, wobei die Urfttalsperre unbescheiden als die Wiege des modernen Talsperrenbaus gelten darf. Das als Gewichtsstaumauer ausgebildete Absperrbauwerk wurde in den Jahren 1900 bis 1905 nach den Plänen von Prof. Dr. Otto Intze errichtet. Die Mauer hat bei einer Höhe von 58 m eine Fußbreite von etwa 50,5 m. Sie ist in der Draufsicht zur Wasserseite gebogen, wobei die 226 m lange Mauerkrone mit einem Krümmungsradius von 200 m ausgebildet ist.
Zum Zeitpunkt der Fertigstellung und Inbetriebnahme im Jahre 1905 war die Urfttalsperre die größte Talsperre in Europa.

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