Blens

liegt am westlichen Ufer der Rur, vom Durchgangsverkehr verschont. Der Fluß selbst und die Burg bestimmen die reizvolle Lage des Ortes, der bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird.
Blens hat sich im Laufe der Zeit von einem landwirtschaftlich strukturierten Dorf zu einem schmucken Touristenort entwickelt. Der rund 300 Einwohner zählende Ort mit seinen schönen Fachwerkhäusern, die zum Teil vorbildlich restauriert wurden, erhielt 1985 im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eine Goldmedaille. Der im Sommer reich mit Blumenschmuck erstrahlende Ort erfreut jeden Besucher. Nachdem Kanalisationsarbeiten im Jahre 1994 abgeschlossen wurden, konnte im Rahmen eines Dorferneuerungsprogramms die dörfliche Struktur weiter verbessert werden.
Spätestens um die Mitte des 12. Jahrhunderts existierte in Blens eine burgähnliche Wohnanlage. In Schenkungsurkunden der Kölner Erzbischöfe, die neben ihrer sakralen Aufgabe auch Territorialfürsten waren, finden sich im 12. Jahrhundert ein Johann von Blens (1112-1136) und ein Anton von Blens (1193-1197). Burg Blens stammt in ihrer heutigen Gestalt aus einem Umbau des Jahres 1791. Ein vierflügeliger Wirtschaftshof umgibt das zweigeschossige Herrenhaus. Eine bemerkenswerte Seltenheit ist die heute noch gut erhaltene Hofpflasterung der Burg aus Rurkieseln. Unmittelbar vor dem Wirtschaftshof liegt die St.-Georg-Kapelle, ein kleiner Bruchsteinbau. Früheste Erwähnung findet die Kapelle in einer Urkunde aus dem Jahre 1371.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kümmerten sich die Blenser um die Errichtung einer neuer Kapelle, da das alte Gotteshaus baufällig geworden war. Der 1807 fertiggestellte Neubau wurde den Heiligen Georg und Blasius geweiht. Eins der herausragenden Ereignisse unter der preußischen Verwaltung war der Bau einer großen, hölzernen Rurbrücke in Blens im Jahre 1833. Die erste steinerne Brücke wurde 1881 fertiggestellt.
Am 1. August 1903 wurde die Bahnlinie Kreuzau-Heimbach bis Blens für den Verkehr freigegeben. Heutzutage verbindet die Dürener Kreisbahn mit dem Regiosprinter die Städte und Orte von Düren bis Heimbach und zu bestimmten Terminen verkehrt auch eine alte Dampflok auf der Rurtalbahnstrecke.
Zu erwähnen ist noch, daß der Ort namensgebend wurde für die Blenser Felsen (Jufferlei, Breideslei und Engelslei), die sich rechts der Rur erstrecken. Sie sind wegen der Nistplätze von Wanderfalke und Uhu bereits 1953 als "Vogelfreistätte Buntsandsteinfelsen bei Blens" unter Naturschutz gestellt worden. Seit 1990 ist das Betreten und Klettern an den Felsen nicht mehr gestattet. Blens bietet auch ausgezeichnete Wandermöglichkeiten, eine Tennisanlage, einen vogelkundlichen Lehrpfad und einen Grillplatz am Waldrand.

Düttling

ist der südlichste Ort des Kreises Düren und mit rd. 90 Einwohnern sicher einer der kleinsten. Beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" konnte sich Düttling 1997 erfolgreich auf Kreisebene plazieren. Die noch vorhandene Landwirtschaft prägt den Ort sehr stark.
Düttling hat schon eine lange Vergangenheit. 1182 heißt es Dudlingen. 1213 Dudellinge, 1508 Dotteling und 1543 Duydlingen. Die Anfänge der Siedlung gehen zurück in die römische Zeit. Der Name könnte aus dem lateinischen "tutela" (Schutzbefestigung) kommen oder die Siedlung eines Dudo bezeichnet haben. Als Dudlingen ist der Ort 1181 im Besitz der Abtei Siegburg. Später hat der Hof zu Steinfeld gehört. Im 14. Jahrhundert fiel er an Herzog Gerhard von Jülich, der ihn 1465 gegen 16 Malter Hafer an Joh. Betzenichs Sohn aus Hergarten in Erbpacht gab. Im 18. Jahrhundert entstanden mehrere Höfe. 1789 wurde die erste Kapelle zu Ehren des hl. Donatus eingeweiht. Das Kloster Mariawald übernahm die Seelsorge. Diese Kapelle mußte 1916 abgebrochen werden, wurde aber 1935 durch eine neue Kapelle ersetzt. Die Schutzpatronin der Kapelle ist die hl. Apollonia, die um besonderen Schutz gegen Zahnschmerzen angefleht wird und der hl. Donatus, der Haus und Hof gegen Unwetter und Blitz schützt.Unvergessen für Düttling bleibt das Jahr 1800, in dem eine starke Räuberbande über Düttling herfiel, die Tod, Feuer und große Verwüstungen über den Ort brachten.
1812 umfaßte der Ort 3 Häuser mit 20 Einwohnern. Düttling bildete bis zum 31. Oktober 1850 einen Weiler mit eigenem Gemeindeeigentum. Zur kargen Wirtschaftsgeschichte des Ortes gehörte neben der Landwirtschaft noch der Eisenerz- und Bleiabbau. Seit 1735 sollen hier mindestens fünf Bergwerke existiert haben, deren Ausbeute aber sehr gering war. Topographisch liegt Düttling am Eingang zum Kermeter auf einer Höhe von 390 m NN. Viele niederrheinische Wallfahrer der Matthiasbruderschaften kennen den kleinen Ort.
Hier erreichen sie auf dem Weg nach Trier über die Römerstraße die Eifel, um an der im 30-jährigen Krieg gepflanzten Linde zu rasten. Hier an der Kreuzung treffen sich 4 Wege. Die alte Straße von Berg zieht von hier südwärts ins Tal auf Trier zu, die Provinzialstraße kommt von Hergarten hoch und schwenkt in den Kermeter nach Gemünd. Vom Dorfgemeinschaftsverein wurde in Eigenleistung eine Dorfhalle erbaut, die nunmehr für gesellschaftliche Veranstaltungen oder private Feiern genutzt wird. Unter Mitwirkung der Europäischen Gemeinschaft, des Landes NRW und der Flurbereinigung wurde 1996 eine Dorferneuerungsmaßnahme durchgeführt zur Verbesserung der dörflichen Struktur. In der Denkmalliste der Stadt Heimbach sind u.a. ein Hauskreuz (Familie Nießen, Trierer Str. 8) und ein Steinkreuz mit Korpus (Familie Schweitzer, Düttlinger Str. 13) aufgeführt. www.duettling.de

Hasenfeld

mit seinen mehr als 1.100 Einwohnern liegt im Westen des Stadtgebietes, in unmittelbarer Nähe der Rurtalsperre Schwammenauel. Der Ort ist ein beliebter Ausgangspunkt für viele Freizeitaktivitäten, insbesondere für den Wassersport am Rursee.
Die Rur entspringt in Belgien (im Hohen Venn) und mündet nach 170 km bei Roermond in die Maas. Sie entwässert ein Niederschlagsgebiet von 2.314 qkm. Der Mittelgebirgsfluß hat ein unausgeglichenes Abflußverhalten, wobei die Extremwerte zwischen Niedrig- und Hochwasser im Verhältnis von 1 : 2.000 schwanken. Dadurch lagen früher in Trockenzeiten die Industriebetriebe still, die Landwirtschaft konnte den Boden nicht nutzen und die Trinkwasserversorgung war gefährdet. In Nässeperioden bestand akute Überschwemmungsgefahr. Um diesen unregelmäßigen Wasserhaushalt zu regulieren wurde am 28. März 1899 der Rurtalsperrenverband gegründet.
Die älteste Talsperre im Rureifel-Gebiet ist die in den Jahren 1900-1905 gebaute Urfttalsperre und die größte mit 205 Mio. cbm Fassungsvermögen ist die Rurtalsperre (Rursee). Sie nimmt zwei Drittel des ganzen Speichervermögens des Wasserverbandes Eifel-Rur ein und ist außerdem eine der größen Talsperren Deutschlands. Die maximale Stauhöhe beträgt 68,5 Meter und die gesamte Länge 24 Kilometer. Die 480 Meter langeStaumauer besteht aus einer Erd- und Felsschicht mit Lehmdichtung und Betonsockel. Von der Dammkrone hat man schöne Aussichten in das Rurtal, auf Hasenfeld und den See. Während der Saison laden Schiffe der EU-Sternenflottenschiffahrt zu einer beschaulichen Fahrt ein. Bei der Sport-Bootschule kann man u.a. das Segeln erlernen oder auch verschiedene Boote ausleihen. Eine weitere Attraktion in Hasenfeld ist das Jugendstil-Wasserkraftwerk mit einem angeschlossenen Museum historischer Elektrohaushaltsgeräte. Das Kraftwerkt wurde im Jahre 1904 erbaut und war zu der Zeit mit einer Leistung von 12.000 kW das größte Speicherkraftwerk der Welt. Über einen 2.700 m langen Stollen mit einem Gefälle von 110 m wird es von der Urfttalsperre gespeist. Eine Wassermenge von 16 m3 pro Sekunde durchströmten die 8 Francis-Turbinen, von denen jede einen Generator antrieb. Im Jahre 1974 wurde es nach einer Betriebszeit von 70 Jahren modernisiert. Heute befindet sich das Kraftwerk im Eigentum der Rheinischen Braunkohlenwerke AG und wird betrieben durch das RWE, in dessen Verbundnetz das Stromaufkommen von jährlich 25 Mio kWh eingeleitet wird. Besucher haben die Möglichkeit, im Rahmen von angebotenen Führungen, Museum und Kraftwerk zu besichtigen.
Seit 1998 findet jährlich Anfang Juni ein Kammermusikfestival in Deutschlands schönsten Jugendstilkraftwerk statt. Ganz in der Nähe des Kraftwerkes, unterhalb des Staudammes, liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung die Grillhütte "Im Waschbendchen", die angemietet werden kann. Die im Jahre 1754 errichtete und dem hl. Johannes Nepomuk geweihte Kapelle wurde durch Kriegseinwirkung fast bis zur Ruine zerstört. Die heutige, nunmehr um das sechsfache vergrößte Kapelle, wurde am 28. 11. 1952 eingeweiht. www.hasenfeld.de

Hausen

mit seinen rd. 300 Einwohnern ist im Norden des Stadtgebietes belegen und ein typisches Straßendorf, das jedoch inzwischen durch eine Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr verschont bleibt.
Hausen schmiegt sich an den Nordhang des Sonnenberges und gruppiert sich um die Burg und die Kirche. Obwohl noch zwei Landwirtschaftsbetriebe das Ortsbild mit prägen, hat sich Hausen in den vergangenen 15 Jahren touristisch weiterentwickelt. Durch Maßnahmen der Dorfbevölkerung ist es in den letzten Jahren gelungen, das Ortsbild sehr zu verschönern und dem Ort die heutige Ausstrahlung zu verschaffen. Die Bemühungen sind durch Finanzierungen der Europäischen Gemeinschaft, des Landes NRW und der Stadt Heimbach unterstützt worden. Die Bedeutung des Denkmalschutzes wurde erkannt und zahlreiche, meist private Objekte, wurden unter Denkmalschutz gestellt. Der Ort errang 1991 im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eine Goldmedaille und gewann im Jahre 1997 nochmals eine "Silbermedaille".
Die ältesten Teile der heutigen Anlage der zweigeteilten Burg Hausen stammen aus dem späten 16. Jahrhundert. Die in der Konzeption eines landwirtschaftlichen Hofes strukturierte, und mit zusätzlichem Schutz versehene Wasserburg, wurde von Dietrich Kolf von Vettelhoven zu Hausen erbaut. Das von den Bergen und dem Mühlenbach ins Tal fließende Wasser wurde zur Errichtung eines Wassergrabens genutzt, der die nördliche und östliche Burgflanke sicherte. Von der ursprünglichen Bausubstanz des 16. Jahrhunderts sind nur einige wenige Teile der Burg erhalten. Der Bau basiert heute im wesentlichen auf dem befestigten Torgebäude des Ostflügels (43 m lang - heute Saal und Scheune), dem Hauptgebäude an der Westseite (Wohnhaus Gilles), sowie den Stallgebäuden an der Südseite. Für das 16. Jh. ist in Hausen eine dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle nachgewiesen. Der jetzige Kirchenbau wurde nach den Plänen des Kommunalbaumeisters Ulrich im Jahre 1834 erbaut. Ein kleiner Bruchsteinsaal in klassizistischen Formen mit einem aufgesetzten Turm. Im Inneren der Kirche sind einige Ausstattungsstücke sehenswert, u.a. an der Wand die lebensgroße Figur der heiligen Cäcilie, eine Plastik aus dem frühen 16. Jahrhundert, ihr gegenüber der heilige Nikolaus, der Patron der Kirche.
Die Hausener Bleischmelze ist wahrscheinlich in den Jahren zwischen 1825 und 1860 in Betrieb gewesen. Bei dem in Hausen verarbeiteten Blei handelte es sich um "Bleiglanz im Bindemittel konglomeratiger Schichten des oberen Bundsandstein". Das Abbaugebiet dieses bleihaltigen Buntsandsteins lag im Herrestal. Vom Bahnbau im Rurtal profitierte die Hausener Bevölkerung zunächst nur bedingt. Die 1903 eröffnete Eisenbahnstrecke brachte zwar die verkehrstechnische Anbindung an Heimbach, Kreuzau und Düren. Eine eigene Haltestelle erhielt Hausen aber erst fünf Jahre später (1908). Heute ist Hausen mit dem Regiosprinter der Dürener Kreisbahn, und zu bestimmten Terminen mit einem alten Dampfzug, erreichbar. Hausen bietet auch ausgezeichnete Wanderwege sowie eine Grillhütte am Ortsrand. Grillhütte und ein Backhaus wurden von der Dorfgemeinschaft errichtet. Am Brunnen in der Dorfmitte vor der Kirche kann man angenehm verweilen.

Hergarten

liegt im südlichen Bereich des Stadtgebietes Heimbach. Der Ort ist einer der südlichsten des Kreises Düren mit Angrenzung an den Kreis Euskirchen. 1997 konnte sich Hergarten im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" auf Kreisebene erfolgreich plazieren. Hergarten gehört zu den ältesten Ortschaften der Gegend.
Für das Jahr 864 läßt sich die Existenz des Ortes Hergarten anhand von historischen Schriftstücken nachvollziehen. In einer Tauschurkunde des fränkischen Herrschers Lothar II. findet sich die Bezeichnung "Herigarda". Die in unmittelbarer Nähe einer alten Römerstraße entstandene Siedlung wurde nach Meinung der Namensforscher vermutlich zunächst von verschiedensten militärischen Verbänden als Lagerstätte genutzt und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem "Heergarten". Aus der alten Sprachform "Herigarda" wurde im 14. Jahrhundert "Hergarden". Im 10. Jahrhundert verfügte der kleine Ort über eine Kapelle. Um 1140 verzeichnen die Liegenschaftsregister des Klosters in Siegburg weiteren kirchlichen Grundbesitz in Hergarten. Seit dem 13. Jahrhundert findet sich dann die Bezeichnung "Pfarrkirch" in den Unterlagen des Dekanates Zülpich (Decanatus Tepetensis).
Im Jahre 1603 verfügte Herzog Johann Wilhelm von Jülich, daß der Hergartener Pfarrbezirk zum kirchlichen Einflußgebiet des Zisterzienserklosters Mariawald gehören sollte (Inkorporation). Der Grund dieses Handelns war in den offensichtlich äußerst kargen Lebensumständen der Mönche von Mariawald begründet. Aus Hergarten stammte schließlich sogar ein Prior von Mariawald: Wilhelm Brewer. Bevor er 1668 das Amt der Klosterleitung übernahm, hatte er bereits 20 Jahre als Pfarrer in Blens und Bergstein gewirkt. Er starb 75jährig im Jahre 1689. Die Patres von Mariawald übernahmen bis zur Aufhebung des Klosters nach der französischen Besetzung in den ersten Jahren des 19. Jh. die Seelsorge in der Pfarrei Hergarten. Durch besonders gewaltige Unwetter in den Jahren 1823/24 wurde die Hergartener Kirche schwer beschädigt. Nach langen Jahren der Bauzeit und vielen Unstimmigkeiten zwischen Kirchengemeinde und Bürgermeister wurde anstelle der alten Pfarrkirche schließlich doch in den 1830er Jahren die neue Saalkirche fertig-
gestellt. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts (1894) erweiterten die Hergartener ihre Kirche im Bereich des Westturms und im Chor. Infolge von Kriegseinwirkungen (im Februar 1944) war die Pfarrkirche so stark beschädigt worden, daß für den notwendigen Wiederaufbau lediglich die nordöstliche Längswand und ein Abschnitt des Chorraumes Verwendung fanden.
Nach 1895 wurde Hergarten als eigene Amtsbürgmeisterei kommunalpolitisch selbständiger. Zum Amt Hergarten gehörten neben Hergarten/Düttling noch die Gemeinden Vlatten, Berg, Floisdorf, Eicks, Glehn, Hostel und Bleibuir.Bis zur kommunalen Neugliederung war Hergarten eine selbständige Gemeinde und gab dem Amt Hergarten den Namen. Zum 1. 7. 1969 erfolgte der Zusammenschluß mit der Stadt Heimbach. Der knapp über 500 Einwohner zählende Ort weist topographisch eine Höhenlage von 320 bis 390 m über NN aus. Die unmittelbare Nachbarschaft zum Waldgebiet "Kermeter" führte dazu, daß der Ort für den Tourismus attraktiv wurde. Dennoch wird er nach wie vor durch die Landwirtschaft geprägt. Zwischen den Orten Hergarten und Düttling wurde Ende der 90er Jahre ein ca. 3 ha großes Gewerbegebiet erschlossen. Sowohl die Dorfbewohner als auch die Stadt Heimbach sind bemüht, bei der Gestaltung baulicher Anlagen und der Straßen und Wege den individuellen Dorfcharakter zu erhalten, dies u.a. durch Maßnahmen mit Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft und des Landes NRW.
Hergarten bietet ausgezeichnete Wanderwege sowie eine gut ausgestattete Grillhütte am Sportplatz. Für gesellschaftliche Veranstaltungen oder private Feiern stehen Räume im Bürgerhaus Hergarten zur Verfügung. Die ehemalige Hergartener Schule kann heutzutage von Gruppen als Selbstversorgerhaus von der Stadt Heimbach angemietet werden.

Vlatten

erhielt 1997 die Silbermedaille im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" . Das Dorf liegt eingebettet in ein sanftes Tal der Voreifel und wird bis heute durch die Landwirtschaft geprägt.
Seine erste Erwähnung findet es 839 und ist damit eine der ältesten Ansiedlungen im Gebiet um Heimbach. Wenngleich der Name "Vlatten" selbst vermutlich keltischen Ursprungs ist (von Vlatos = der Herrscher) und Bodenfunde auf eine vieltausendjährige Siedlungsgeschichte in der Gemarkung Vlatten hindeuten, so gewinnen der Ort und seine Bewohner vor allem durch Urkunden aus der Zeit der fränkischen Könige an historischer Bedeutung. Zu jener Zeit war Vlatten eine Königspfalz, die den fränkischen Herrschern als Ausgangspunkt für Jagden und als zeitweilige Residenz diente. Dieser Hof hatte eine eigene Landwirtschaft und war außerdem Gerichtssitz. Darüberhinaus war Vlatten der Verwaltungssitz eines eigenen Forstbezirks. Aus dem Hof entwickelte sich bald eine mit Befestigungsanlagen und Wassergraben versehene Burg am oberen Lauf des Vlattener Baches. Diese Oberburg, eine von zwei Burgen in Vlatten, wurde im Jahre 1385 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Burg und das dazugehörende Rittergut wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer, bis sie schließlich Ende des 19. Jh. in den Besitz der Familie von Gagern kamen. Die Ende des 14. Jahrhunderts vermutlich aus einem festen Hof entwickelte Unterburg war, wie die Oberburg, eine Wasserfeste und hatte die gleiche Schutzfunktion. Die auf Sumpfgelände gebaute Unterburg zerfiel im Laufe der Jahrhunderte. Ihr Gelände wird heute als Wiese genutzt.
Das Dorf Vlatten gehörte bis zur französischen Revolution zum Amt Nideggen und damit zum Herzogtum Jülich. Als französische Truppen das gesamte linksrheinische Gebiet in Besitz nahmen, führten sie auch völlig neue Verwaltungsstrukturen ein. Vlatten wurde ein Teil des Kantons Gemünd. Nach der Niederlage Napoleons beschlossen die Siegermächte im Wiener Kongreß erneute Gebietsreformen. Die gesamte Eifel kam nach 1815 zu Preußen. Die Gemeinde Vlatten wurde Teil des Amtes Bleibuir und später des Amtes Hergarten. Mit der kommunalen Neuordnung im Jahre 1969 wurde die Gemeinde Vlatten Teil der Stadt Heimbach. Vlatten hat heute rd. 950 Einwohner. Die Landwirtschaft hat bis heute die dörfliche Struktur geprägt und erhalten. Mehr als 90 % der 16,8 km2 Gemarkung sind land- und forstwirtschaftlich genutzte Fläche. Die Vlattener Landwirte betreiben überwiegend Getreideanbau. Das Vlattener Bachteil zwischen Hergarten und Vlatten mit den angrenzenden Hängen des "Lützenberges", rd. 50 ha des ca. 1.683 ha großen Gemarkungsgebietes stehen unter Naturschutz, um die Schönheit und Eigenart des Gebietes zu erhalten. Das übrige Gemarkungsgebiet steht mit Ausnahme der Ortslage unter Landschaftsschutz. Eine Attraktivierung des Wohnumfeldes wurde durch die Dorferneuerungsmaßnahme im Bereich der Quellenstraße sowie Kupfer- und Mühlengasse erreicht. Mit wesentlicher Unterstützung des Amtes für Agrarordung konnten hier Akzente für die weitere Dorfentwicklung gesetzt werden. Die Vlattener Kirche war Teil der fränkischen Kaiserpfalz zu Vlatten, deren Existenz bis in das Jahr 839 urkundlich nachweisbar ist. Zum Königshof gehörte zu jener Zeit eine Kapelle, aus der die Vlattener Kirche hervorgegangen ist. Etwa um 980 wurde der Kirchturm errichtet, der damals vermutlich ein Wohnturm war und im Erdgeschoß eine Gerichtsstätte enthielt. Die eigentliche Kapelle befand sich im Chor, der mit dem Mittelschiff ebenfalls um 980 errichtet wurde. Um 1000 war die Kirche das Zentrum des Königshofes.Das Kirchgebäude wurde mehrfach umgebaut und erweitert. So wurde um 1100 das Gewölbe im Turm eingebaut, um 1220 ließen die neuen Grundherren, die Grafen von Jülich, die Kirche zur dreischiffigen Basilika ausbauen, womit alle nicht sakralen Nutzungen der Kirche endgültig entfallen sein dürften. In den folgenden Jahrhunderten fanden weitere Baumaßnahmen an der Kirche statt, und noch 1927/28 wurde das nördliche Seitenschiff angebaut. Die Kirche hat eine wertvolle Barockausstattung. Heute besitzt die Pfarrkirche St. Dionysius nur noch zwei Nebenaltäre, die Elemente älterer Altäre übernommen haben. Kommunionbank (aus der Zeit um 1600) und Kanzel stammen aus dem Kloster Mariawald. Die Kanzel ist in fünfeckiger Form aus Holz geschaffen und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie kam im Jahre 1804 nach Vlatten. Auf dem Lützenberg, oberhalb von Vlatten, liegt die St. Michaelskapelle. Urkundlich wird eine Michaelskapelle aus dem 13. Jahrhundert erwähnt. Aus dieser Zeit ist nur noch der kleine Chor erhalten. Schiff und Turm wurden 1912/13 erbaut. Im Chor befindet sich noch ein alter romanischer Altar. Neben den historischen Gebäuden Burg, Kirche, Kapelle und Jugendhalle (aus dem Jahre 1916) finden sich in der Denkmalliste der Stadt Heimbach noch eine Reihe von Baudenkmälern im Ort Vlatten. Überwiegend handelt es sich um Hofanlagen, Wegekreuze und Bildstöcke.
Quelle: Stadt Heimbach

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